Mein Hamburg – Ein Bericht von Tiegervogel & Aal Fatal

Tiegervogel & Aal Fatal

Tiegervogel & Aal Fatal

Ahoi rent-a-guide Matrosinnen und Matrosen,

heute heißt es „Mein Hamburg“ - und zwar aus dem Hause der „Kiez-Geh-Rock-Revue“, dem musikalischen St. Pauli Abenteuer mit Tiegervogel und Aal Fatal. Wir sind motiviert Euch ein paar Orte und schöne Ideen im sehr hanseatischen Hamburg zu vermitteln, die vielleicht nicht jede/r auf dem Schirm hat.

Also, Leinen los!

Essen & Trinken

Couch Kapitän Außenansicht

COUCH KAPITÄN
Wenn Vogel und Aal mal Bock auf leckeren Kaffee, selbstgemachten Kuchen, Frühstück und sowieso nette Bedienung haben, gehen sie in den Couch Kapitän in der Antonistr. 4, nahe des Hafens. Wenn man Glück hat ist dort auch gerade eine Lesung, Musik oder eine Kunstausstellung zu finden, sonst einfach nur eine sehr nette Bar/Café-Kombi, die laut Expertenaussage aus dem Aal/Vogel-Umfeld auch über eine gute Whiskey-Auswahl verfügt.

Übernachten

Kogge

Wir sind und bleiben recht maritim: Wer Lust auf ein Hotel der anderen Art hat, sollte mal die KOGGE anchecken, in der Bernhard-Nocht-Str. 59. Das Ganze hat hohen Rock 'n' Roll-Faktor, ist eher im Backpacker-Style und jedes Zimmer ist liebevoll einzigartig gestaltet. Die Rezeption ist gleichzeitig die Theke der dazugehörigen Bar, wo immer gute Musik läuft und nette Menschen herumhängen und für den Hunger kann man schnell auch mal in der direkt nebenan liegenden KOMBÜSE lecker Mexikanisch ordern. Leider entsteht gerade direkt nebenan das Bernhard-Nocht-Quartier mit Quadratmeter-Kaltmieten von fast 17 Euro und so sind auch diese beiden Läden nicht ganz unbedroht und Support ist wichtig.

Kultur

Der BEWEGUNGSMELDER:
Wer statt oberflächlicher Belustigung vielleicht auch Interesse an eher gehaltvollen und auch mal kritischen Aktivitäten hat, darf gerne auf die folgende Seite gehen, denn dort findet sich recht aktuell das Angebot an Konzerten, Filmvorträgen, politischen Veranstaltungen usw. aus der linken Szene Hamburgs. Einiges ist eher unterhaltend, anderes auch fordernd und zum Mitdenken anregend, aber tendenziell sind die dort aufgeführten Termine immer mit Herz und kein schäbiger Ramsch für's schnelle Geld.

Einkaufen

HAMBURG RECORD STORES.
Hamburg, und speziell die Ecke St. Pauli/Schanzenviertel, hat angeblich die höchste Dichte an Vinyl-Plattenläden in Deutschland. Aber auch CDs gibt’s dort natürlich und für die MP3-Player-Fraktion haben viele LPs mittlerweile auch schon einen Downloadcode dabei, so dass der neuste Erwerb Analog und Digital genossen werden kann.

Eine tolle Übersicht über die wichtigsten Läden gibt es hier, inkl. Beschreibung was so im Sortiment zu finden ist.

Als Musiktour sind uns diese Läden natürlich wichtig und speziell der Aal ist in vielen schon fast wohnhaft (könnte eigentlich seine Wohnung mal kündigen).

(c) Staro1 / Wikipedia

DIE MARKTSTRASSE
Zum klassischen Shoppen aber bei den richtigen Läden bietet sich die Marktstrasse im Karolinenviertel an. Dort gibt es viele D.I.Y. Klamottenläden, wo Menschen noch selber ihre Shirts bedrucken oder die angebotenen Kleider schneidern, dazu auch Second-Hand-Läden, dazwischen alteingesessene Cafés, wo unaufgeregt ein Käffchen getrunken werden kann. Ketten und Großkonzerne konnten hier noch in die Schranken verwiesen werden und aktuell hat sich die Ecke zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um selber den Wohnungsbestand zu übernehmen und eine unbarmherzige Erhöhung der Mieten und Vertreibung der Alteingesessenen zu verhindern. Hier ist der Mix aus Widerstand, aber natürlich auch dem Willen, die eigenen Kreationen an den Mensch zu bringen, gut ausbalanciert und ein Besuch lohnt sich immer. Am Samstag ist allerdings auch diese Straße voll von Menschen von überall, so dass ggf. ein Besuch unter der Woche eher Sinn macht, allerdings nicht Montags, da haben viele der Läden zu.

Der besondere Tipp

(c) Jürgen Mala / pixelio.de

DIE ANDERE SEITE (der Elbe). Nicht alle wissen es, aber außer dem immer verstopften Elbtunnel an der A7 und den Elbbrücken gibt es durchaus noch weitere Wege, auf die andere Seite des Flusses. Unter anderem besteht die Möglichkeit, den ALTEN ELBTUNNEL zu nutzen. Dieser findet sich bei den Landungsbrücken und ist für Besucher vor allem mit dem Rad oder zu Fuß interessant. Auf der anderen Seite hat man einen schicken Blick auf die Landungsbrücken, St. Pauli, den Michel usw.

Der Aal geht auch schon mal gerne in der Woche nachts hindurch, weil das einer der Orte in Hamburg ist, wo man auch in der Großstadt dann wirklich mal alleine ist. Das sollte man aber nur tun, wenn man keine Probleme damit hat nachts in einem Tunnel unter der Elbe alleine zu sein 🙂

Vorsicht!

Neben den ganzen schönen Sachen, die wir gerade angepriesen haben, sei hier noch erwähnt wovon wir abraten oder wo wir zumindest offene Augen empfehlen:

SCHANZENVIERTEL (TEILWEISE): Wurde leider in den letzten Jahren total gepusht und hat seine Seele in vielen Ecken verloren. Zwar lohnt sich der Besuch vieler Plattenläden dort und die eine oder andere korrekte Kneipe ist ebenfalls noch zu finden, aber man muss schon genauer hinschauen um sie zwischen den ganzen Schicki-Läden noch zu entdecken.

TEURE KNEIPEN: Der Aal sagt immer: 2,- Euro für ein Astra (unser lokales Bier neben Holsten) gehen klar, 'n büschen mehr auch und weniger natürlich immer. Preise die an der 3,- Euro-Marke kratzen kann man sich aber ersparen. Also Augen auf, viele Kneipen haben Herz und manche nur Euer Geld im Sinn.

(c) Lisa Schwarz / pixelio.de

HAFENCITY: Selbst Menschen, die dem Projekt offen gegenüberstanden, geben zu, dass es dort recht tot und steril ist. Grün ist eine Farbe die im wahrsten Sinne des Wortes eher rar gesät ist und so kann die Hafencity nur Science Fiction Fans empfohlen werden, die auf dystopische postapokalyptische Szenarien und ähnliches stehen.

TRASH-TOURISMUS: Es gibt so Ecken und Großveranstaltungen, da sind sie alle, seien es Harley Days, Schlagermove oder irgendwelche Sportveranstaltungen. Das kann man natürlich gerne alles besuchen, aber man darf dann auch nicht verwundert sein über die Menschenmassen, den Müll und die eventuell auch alkoholbedingt teilweise unangenehmen Zeitgenossen. Daher raten Vogel und Aal: Kommt lieber einfach mal an 'nem normalen Wochenende, macht nicht jeden Mist mit, nur weil es scheinbar Pflichtprogramm ist und haltet die Augen offen für die kleinen feinen Perlen dieser Stadt.

Dafür lohnt sich zum Beispiel auch immer ein Besuch beim Ticketcenter an den Landungsbrücken oder beim St. Pauli Tourist Office in der Wohlwillstr.1.

Darum Hamburg

Tja, abschließend wollten wir Euch noch vertellen warum wir Hamburg so gut finden.

Abgesehen vom Hafen und den vielen schönen Orten ist es einfach eine Stadt, die, trotz Großstadtfaktor, recht dörflich ist. Wenn man einigermaßen zentral lebt, kann vieles mit dem Rad oder sogar zu Fuß erreicht werden, man trifft ständig die gleichen Leute auf der Straße und es scheint alles recht überschaubar.

Weiter gibt es hier nach wie vor einen sehr bunten Mix an Menschen und gerade die Hafenvergangenheit mit Besuchern aus aller Welt hat speziell auf St. Pauli zu einem „Leben und leben lassen“-Flair geführt, bei dem Toleranz groß geschrieben wird.

Natürlich verfügt Hamburg auch über eine tolle Musik-Szene was für uns nicht ganz irrelevant ist und unterm Strich gibt es hier auch für langjährige Bewohner der Stadt immer noch viel Feines zu entdecken.

Die Tour

Die Kiez-Geh-Rock-Revue mit Tiegervogel & Aal Fatal ist ein buntes Potpourri aus Musik, Witz und Geschichte. Die beiden führen einmal quer durch St. Pauli und erzählen von Piraten, der Turbojugend, dem Kiez und vielem mehr - und das alles auf ihre einmalige sympathische und lustige Art und Weise. Einen detaillierten Erlebnisbericht der Tour findet ihr in unserem Blog unter "rent-a-guide unterwegs - Kiez-Geh-Rock-Revue".

Hier könnt ihr außerdem zwei kurze Ausschnitte aus der Tour sehen:


Die Kiez Geh Rock Revue könnt ihr in der Übersicht unserer Reeperbahnführungen direkt online buchen.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben