rent-a-guide unterwegs – Gaudí-Tour in Barcelona

Als ich vor ein einigen Wochen meinen Barcelona-Aufenthalt plante, da war ich noch völlig ahnungslos. Ende September erschien mir als eine gute Reisezeit, dass aber vom 21. bis zum 24. September „La Mercè“, das Fest zu Ehren der Schutzpatronin der Stadt, gefeiert wird, erfuhr ich erst kurz vor dem Abflug. Da wusste ich allerdings noch nicht, welche Bedeutung dieses Fest hat. Mittlerweile aber steht fest: Einen besseren Zeitpunkt für meinen Trip in die Hauptstadt Kataloniens hätte ich nicht auswählen können. In Erinnerung bleiben gleich mehrere Highlights: unter anderem die spektakuläre Lichtshow an der Sagrada Família, das musikalische Feuerwerk auf der Plaça d'Espanya und die Gaudí-Tour mit Ton-David Jover.

Lichtspiel an der Sagrada Familia

Lichtspiel an der Sagrada Familia

Tour mit Ton-David

Tour mit Ton-David

Eine Unterkunft direkt an der Sagrada Família zu beziehen, erwies sich als gute Entscheidung. Ansonsten wäre mir vermutlich die beeindruckende Lichtshow „Ode à la vie“ entgangen. Ganz Barcelona schien an diesem Abend auf den Straßen rund um den heiligen Tempel, das immer noch unvollendete Meisterwerk von Antoni Gaudí, versammelt zu sein, um das 15-minütige Spektakel, das im Rahmen des Festes „La Mercé“ an gleich drei Tagen zwischen 21 und 24 Uhr jeweils zur vollen Stunden startete, zu bestaunen. Mit musikalischer Untermalung wurde die Ostfassade der Sagrada Família, die Geburtsfassade, farbenprächtig angestrahlt. Die zahlreichen Figuren wirkten durch die Lichteffekte zum Leben erweckt.

Führung durch die „Großbaustelle“ der Sagrada Família

Von der Faszination dieser Kirche wurde ich nicht nur an diesem Abend gefangen genommen. Um in spannende Details der Sagrada Família eingeführt zu werden, verabredete ich mich am Folgetag mit Ton-David Jover, Reiseführer in Barcelona und ausgesprochener Gaudí-Experte. Ich erfuhr viel Wissenswertes über die jahrzehntelange Entwicklungsgeschichte der Basilika, die vor 130 Jahren begann und nach heutiger Schätzung 2026 vollendet sein soll, dann mit 18 Türmen – zwölf werden den Aposteln gewidmet, vier den Evangelisten und die anderen beiden Maria und Jesus Christus. Letzterer soll mit einer kalkulierten Höhe von 170 Metern der Hauptturm sein. Bisher weist lediglich ein Loch, welches im Inneren der Kirche zu sehen ist, auf die spätere Existenz hin.

La Sagrada Familia

Aktuell ist ein rund 300-kopfstarkes Team auf der „Großbaustelle“ beschäftigt, darunter 22 Architekten, wie Jover verrät. Monat für Monat sind weitere Fortschritte erkennbar. Auch meine Führung durch die Sagrada Família, die am 7. November 2010 durch Papst Benedikt XVI. geweiht wurde, wird zeitweise vom Rattern der Bohrmaschine begleitet. Die gläsernen Fahrstühle, die zur Aussichtsplattform führen, sind unverkennbar aus der heutigen Zeit, und auch ansonsten wirkt hier nichts wie in einer herkömmlichen Kirche. Für Gewöhnliches war Gaudí, der am 10. Juni 1926 an den Folgen eines Straßenbahnunfalls verstarb und in der Krypta seine letzte Ruhestätte fand, der falsche Ansprechpartner. Ein Blick in das Innere der Kirche ist unbedingt empfehlenswert.

Fantastischer Ausblick über Barcelona vom Parc Güell

Parc Güell

Tour mit Ton-David Parc Güell

 

Nach zwei Stunden geht es mit dem Taxi, das in Barcelona durchaus eine gute Alternative zu den Metros ist, weiter zum Parc Güell auf dem Hügel von El Carmel, ein weiteres Projekt von Gaudí und nicht nur bei hochsommerlichen Temperaturen ein schöner Ort zum Verweilen, was auch der Meister persönlich so empfand. Inmitten der Natur lebte Gaudí hier 20 Jahre lang in seinem Wohnhaus. Ursprünglich plante der Industrielle Eusebi Güell hier eine Gartenstadt mit 60 Villen, scheiterte mit diesem Vorhaben allerdings. Mit Ausnahme der Familie Güell, einem Notar und eben Gaudí ließ sich niemand in diesem Park nieder und so erfüllten auch der Terrassenplatz und die sich darunter befindende Markthalle nie ihren ursprünglichen Zweck. Im Parc Güell befindet sich auch die Salamander-Fontäne, ein beliebtes Fotomotiv und als Nachbildung ein gefragtes Souvenir aus Barcelona. Allein für den atemberaubenden Ausblick über Barcelona und das Mittelmeer lohnt sich der Aufstieg zu dem Park allemal.

Jover weist mich auf die absolute Natürlichkeit des Parkes hin. Der Naturliebhaber Gaudí achtete darauf, dass die Vegetation auf diesem Gelände nicht zerstört wurde. So wurde ein herausragender Baumstamm nicht entfernt, sondern darum gebaut. Für den Terrassenplatz, ein Werk von Josep Maria Jujol, wurden Abfallprodukte wie Teller, Gläser und Flaschen verwendet. Ein Geniestreich ist auch die wellenförmige Begrenzung des Terrassenplatzes. Diese nämlich wurde so konzipiert, dass sie als ideale Sitzgelegenheit dient. Die Architektur wurde dem menschlichen Körper nachempfunden. Wie bequem es sich darauf sitzen lässt, davon konnte ich mich selbst überzeugen.

Den Abschluss der Gaudí-Tour bildet die Fahrt, erneut im Taxi, zu den Häusern Casa Milà und Casa Batlló Barthlo auf der Passeig de Gràcia.

Casa Batlló

Barcelona hat aber freilich noch einige weitere Highlights zu bieten, darunter das Barri Gòtic mit den engen Gassen, die bekannte Flaniermeile „La Rambla“ mit der Markthalle, den Hafen sowie der Montjuïc. Darüber hinaus lässt es sich natürlich wunderbar in den zahlreichen Tapas-Bars oder bei schönem Wetter auch am Strand verweilen.

Fazit: Barcelona steht mit gutem Grund unter den Top Ten der weltweit beliebtesten Städte. Auch ich habe meinen Aufenthalt in der Hauptstadt Kataloniens sehr genossen und werde sicherlich wiederkommen, schließlich möchte ich die Sagrada Família auch noch einmal ohne Baukräne bestaunen. Ein Glücksfall war die Wahl der Reisezeit mit dem Fest „La Mercè“. Ein absolutes Highlight war auch die private Gaudí-Tour mit Ton-David Jover. Er hat mich mit seiner Begeisterung und seinen lebendigen Geschichten mitgerissen, mich auf Details hingewiesen, auf die ich ansonsten nicht geachtet hätte und die ich in keinem Reiseführer nachlesen kann – sei es über den herausragenden Architekten Antoni Gaudí oder die Rivalität zwischen den Katalanen und den Spaniern.

Hier geht es direkt zu den Touren von Ton-David Jover. Außerdem finden Sie viele weitere spannende Touren in Barcelona.

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