rent-a-guide unterwegs – Reisetagebuch Istanbul

Mitte November erreichte uns die Einladung von unserem Guide Cengiz Altuntas, ihn doch in Istanbul zu besuchen. Tolle Idee, war der erste Gedanke. Richtig konkret wurde es aber erst im Januar, genauer gesagt: 87 Stunden vor der geplanten Abreise. Kaum war der Flug nun endlich gebucht, lasen wir vom Schneechaos in Istanbul. Nun ja, dass der Januar nicht zur Hauptreisezeit für Istanbul gehört, war klar. Aber Schneeberge, wo bei uns im Ruhrgebiet Anfang Januar das Thermostat 10 Grad anzeigte? Macht ja nichts, war der nächste Gedanke, die Kuppeln der Hagia Sophia und Blauen Moschee vom Schnee eingehüllt geben doch schließlich auch ein schönes Bild ab.

Istanbul aus dem Flugzeug

Wir, Helen und Desirée von rent-a-guide, waren also auf Minustemperaturen eingestellt und erschienen am Freitag in aller Früh warm eingepackt am Düsseldorfer Flughafen – mit voller Vorfreude auf Istanbul, denn es war für uns beide der Erstbesuch. Nach dreistündiger Flugzeit in der türkischen Metropole angekommen, fiel schnell ein fehlendes Detail auf: vom Schnee keine Spur, stattdessen Regen – und den dicken Wollschal konnten wir auch in der Tasche lassen. Der andere Niederschlag wäre uns dann aber doch lieber gewesen.

Am Flughafen wurden wir von unserem Fahrer, der uns zum Hotel bringen sollte, erwartet. Wir sind sofort froh, nicht selbst am Steuer zu sitzen. Der Verkehr in Istanbul lässt sich am besten mit dem Wort chaotisch umschreiben, hinzu kommen die teilweise sehr engen und steilen Straßen. Wir kommen aber wohlbehalten an unserem Hotel in der Nähe des Taksim-Platzes im Stadtteil Beyoğlu an.

Historische Straßenbahn

Raki-Tafel und Trend-Location „360 Istanbul“

Bis zu unserem Treffen mit Cengiz, wir hatten uns um 19 Uhr zum Abendessen verabredet, hatten wir noch ein paar Stunden Zeit. Diese nutzten wir, um uns das Umfeld anzuschauen, vor allem die İstiklal Caddesi, die wohl bekannteste Einkaufsstraße in Istanbul mit hervorragenden Shoppingmöglichkeiten und einem darüber hinaus sehr pulsierenden Nachtleben, wie wir zu späterer Stunde erfahren sollten.

Zurück im Hotel, blieb dann auch nicht mehr allzu viel Zeit bis zu unser Verabredung mit Cengiz, dem wir nur zu gern die Abendplanung überließen, schließlich kennt er als gebürtiger Istanbuler und Fremdenführer jeden Winkel in der Stadt am Goldenen Horn. Und so führte er uns zielstrebig in ein gemütliches, traditionelles Restaurant und übernahm auch sogleich die Bestellung. „Türken“, so Cengiz, „lieben die Geselligkeit und sitzen für gewöhnlich stundenlang beim Abendessen zusammen.“ Da hatten wir auch nichts gegen einzuwenden. Los ging es mit den Vorspeisen, den spanischen Tapas ähnlichen Gerichten, hier Meze genannt. Serviert wurden unter anderem Schafskäse, Oliven, türkischer Tomatensalat mit Granatapfelsirup, gebratene Leber, Shrimps, Fischspieße und Auberginenpüree mit reichlich Weißbrot. Dazu trinken die Türken am liebsten Raki, ein dem Ouzo ähnlichen Schnaps, der mit Wasser verdünnt wird. Zumindest Helen probierte sich an dem Nationalgetränk, während Desirée Weißwein bevorzugte. Nachdem wir uns rund zwei Stunden durch die Vorspeisen gekostet hatten und eigentlich schon recht satt waren, folgte erst das Hauptgericht: Seebarsch aus dem Schwarzen Meer. Und um das Menü schließlich auch richtig abzurunden durfte Baklava nicht fehlen.

Großer Basar

Anschließend führte uns Cengiz noch in die Trend-Location schlechthin: das „360 Istanbul“ – Bar, Restaurant und Club in einem. Den Namen trägt das „360“ zurecht, denn von der Terrasse im achten Stockwerk können die Gäste einen traumhaften Ausblick auf ganz Istanbul genießen. Nachdem die angesagte Location mittlerweile in nahezu jedem Reiseführer aufgeführt ist, nehmen die Einheimischen allerdings etwas Abstand vom „360“, das sich auf der Flaniermeile İstiklal Caddesi befindet. Da wir seit halb fünf Uhr morgens auf den Beinen waren, beließen wir es bei zwei Drinks, schließlich hatten wir uns am nächsten Morgen wieder mit Cengiz verabredet – dieses Mal zu einer Stadtführung.

Auf der Suche nach der berühmten Bosporus-Brücke

Logisch, dass auch wir uns bei unserem ersten Aufenthalt in Istanbul die Hauptsehenswürdigkeiten, die sich rund um den Sultanahmet Platz befinden, nicht entgehen lassen wollten – inklusive Moschee-Besuch, eine weitere Premiere für uns. Die Details zur Istanbul Tour sind im separaten Bericht nachzulesen, an dieser Stelle nur so viel: Wir waren nach der Stadtführung beeindruckt – und völlig durchnässt vom Dauer-Regen.

Desirée und Helen vor der Blauen Moschee

Für unseren letzten Tag hatten wir uns eine Bosporus-Fahrt vorgenommen, die wohl ebenso zum touristischen Standardprogramm gehört. Unsere Hoffnungen auf ein für unser Vorhaben ansprechendes Wetter erfüllten sich leider nicht. Zwar regnete es nicht, die Wolkendecke am Himmel aber wollte nicht aufreißen und am Abreisetag war dann auch die warme Kleidung notwendig. Recht verlassen wirkte das Schiff auf der 1,5-stündigen Fahrt auf dem Bosporus. Während im Sommer vermutlich kaum ein Platz auf dem Deck frei bleibt, gehörten neben uns maximal 30 Gäste zu den Passagieren. Nur bedauerlicherweise war auch die berühmte Bosporus-Brücke vom Nebel eingehüllt und kaum zu erkennen. Einen Eindruck, wie groß Istanbul ist und dass es weit mehr Attraktionen als die im historischen Stadtteil auf europäischer Seite gibt, haben wir aber sehr wohl bekommen. Und zu diesem Zeitpunkt stand schon längst für uns fest: Wir kommen noch einmal wieder. Die Stadt der Gegensätze hat es uns angetan.

Bosporus Brücke im Nebel

Bevor wir am Nachmittag zum Flughafen Istanbul-Atatürk gebracht wurden, stärkten wir uns noch mit dem türkischen Lieblingsgericht der Deutschen: einem Döner. Im Gepäck wiederum haben wir eine andere nationale Spezialität: Baklava für unsere daheimgebliebene Kollegin im Büro. Und den Schnee bekamen wir wir dann ebenso noch, wenn auch nach unserer Rückkehr in Deutschland.

Plant Ihr auch eine Reise nach Istanbul? Hier könnt Ihr alle unsere Stadtführungen in Istanbul buchen. Wir haben auch Schifffahrten über den Bosporus im Programm.

2 Antworten

  1. Sehr gut geschrieben. Seeeeehr interessant! Wohin geht es das nächste Mal ? Gruss
    • admin
      Danke für das Kompliment, das freut uns :) Als nächstes geht es erst mal nach Berlin zur ITB. Und dann...mal schaun! Liebe Grüße zurück

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