PORTO – UNESCO-Weltkulturerbe und Kulturhauptstadt auf einen Blick: Sehenswürdigkeiten und Insidertipps

Nach einem halben Jahr Auslandsaufenthalt in Portugal steht meine Meinung fest: Ich habe eine neue Lieblingsstadt, und die ist Porto. Da ich im Rahmen meines Studiums ein Auslandssemester in der Nähe dieser großartigen Stadt verbringen durfte, hatte ich die Gelegenheit, Porto gut kennen zu lernen. Deshalb möchte ich nun, als Praktikantin bei rent-a-guide, meine Erfahrungen mit euch teilen, euch die schönsten Sehenswürdigkeiten vorstellen und einige Tipps für den gelungenen Aufenthalt geben.

Die im Norden Portugals am Rio Douro gelegene Stadt ist die Zweitgrößte Portugals – und meiner Meinung nach die Schönste. Was den unvergleichlichen Charme ausmacht? Ganz eindeutig die faszinierende Kombination aus wunderschönen barocken Bauwerken, der florierenden Kulturszene, wahnsinnig netten Menschen sowie dem markanten Stadtbild mit seinen vielen Gässchen und Lädchen, dem Douro und den zwei atemberaubenden Brücken.

Doch eins nach dem anderen. Verlässt man den sehr zentral gelegenen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Bahnhof Porto Sao Bento, ist man sofort begeistert von den wunderschönen alten Bauten, die das Stadtbild so maßgeblich prägen. Einigen davon sollte man bei einem Besuch in Porto definitiv einen Besuch abstatten.

Porto © Laura Wilke

Porto © Laura Wilke

Die Sehenswürdigkeiten

Der Bahnhof Sao Bento an sich ist eigentlich schon die erste Sehenswürdigkeit. Er ist bereits seit dem Jahre 1916 in Betrieb und besticht durch sein schönes Hauptgebäude und die Bahnhofshalle, die mit zahlreichen Azulejos, den typisch portugiesischen Keramikmosaiken, verziert ist. Schlendert man von hier aus los, gelangt man in wenigen Gehminuten zum Douro, wo die nächsten faszinierenden Bauwerke warten: Die Ponte Dom Luis und die Ponte Maria Pia, die Porto mit dem gegenüberliegenden Vila Nova de Gaia verbinden.

Die Brücken über dem Douro sind absolut ikonisch und beeindrucken durch ihre schiere Größe und die aufwendige Konstruktion. Wie manche Leute sagen, erwecken die Brücken den Eindruck eines „quer über den Douro gelegten Eiffelturms“ - was nicht verwunderlich ist, denn Gustav Eiffel war am Bau der Maria Pia beteiligt, und die Entwürfe für beide Brücken stammen von Théophile Seyrig, neben Eiffel selbst Mitbegründer der Firma Eiffel et Cie.

Brücke über dem Douro © Laura Wilke

Brücke über dem Douro © Laura Wilke

Neben den Brücken ist Porto berühmt für seine alten Kirchen. So zum Beispiel die Sé do Porto, die in Ribeira gelegene Hauptkirche der Stadt und Bischofskirche des Bistums Porto. Sie stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. Auch definitiv einen Besuch wert ist die gotische Igreja de Sao Francisco aus dem Jahre 1425. Es gibt wohl wenige Leute, denen es beim ersten Anblick des dekorativen Überflusses dieser Kirche nicht den Atem verschlägt. Es lohnt sich wirklich, einen Blick zu riskieren!

Beide Kirchen liegen übrigens in Ribeira, der Altstadt Portos, die seit 1996 zum UNESCO- Weltkulturerbe gehört und somit eigentlich schon eine Sehenswürdigkeit an sich darstellt. In ihr befinden sich viele weitere Gebäude, die besichtigt werden können, wie beispielsweise das alte Handelszentrum „Palacio Da Bolsa“.

Porto beherbergt außerdem eine kleine, aber sehr spezielle Sehenswürdigkeit, die allen Buchliebhabern wohl das Herz höher schlagen lässt: Die mittlerweile als „Harry Potter Bücherei“ bekannt gewordene „Livraria Lello“, in der Joanne K. Rowling während ihrer Jahre in Porto viel Zeit verbrachte und einige Inspirationen sammelte. Die Bücherei wird außerdem von verschiedenen Quellen als die Schönste der Welt bezeichnet.

Was bei Sightseeing, abendlicher Unterhaltung und beim Spazierengehen in Porto übrigens immer zu beachten ist, sind die teilweise recht extremen Steigungen überall in der Stadt sowie das allgegenwärtige Kopfsteinpflaster. Plant man dies mit ein, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen!

Porto © Martin Große  / pixelio.de

Porto © Martin Große  / pixelio.de

Freizeit, Kultur, Essen

Nach dem klassischen Sightseeing sollte man sich der anderen Seite Portos zuwenden: Der reichen Kunstszene sowie den tollen lokalen Restaurants und Bars.

Als Einkaufsmöglichkeit kann ich den traditionellen Mercado do Balhao empfehlen, den ältesten noch aktiven Markt in Porto. Neben frischen Lebensmitteln (wie beispielsweise dem typisch portugiesischen Stockfisch Bacalhau) kann man hier Streetfood für den Hunger zwischendurch erwerben – und die Atmosphäre selbst ist eigentlich auch schon ein Erlebnis.

Für Unterhaltung sorgen in Porto eine Großzahl verschiedener Kunstgalerien. Für diejenigen, die einen Galeriebesuch oder auch ein Konzert mit einem kulinarischen Event kombinieren möchten, denen sei das „Maus Habitos“ („Schlechte Angewohnheiten“) ans Herz gelegt, einem vegetarischen Restaurant, das sowohl Kunstausstellungen als auch Konzerte anbietet und die junge, lokale Kultur gut widerspiegelt. Für musikalische Unterhaltung sorgt außerdem der Hard Club, wo auch unter der Woche Konzerte verschiedenster lokaler und internationaler Künstler stattfinden.

Alt und Neu in Porto © Martin Fiedler_pixelio.de

Alt und Neu in Porto © Martin Fiedler_pixelio.de

Für die kulinarischen Highlights empfiehlt sich eine der zahlreichen „Tascas“. Hierbei handelt es sich um kleine und meist sehr günstige Kneipen und Lädchen, die authentisch portugiesisches Essen anbieten. So wird zum Beispiel von vielen Einheimischen das Bufete Fase gelobt, das angeblich eine der besten Francesinhas in Porto anbietet. Des Weiteren zu empfehlen sind die Tasca da Badalhoca, eine der ältesten in Porto, und die Adega Rio Douro, die mit verschiedensten portotypischen Gerichten aufwartet.

Ein schickes Dinner direkt am Douro hat sicherlich auch seinen Reiz, man sollte sich hier aber Zeit bei der Restaurant-Wahl nehmen. Es gibt hier zwar auch gute portugiesische Lokale mit vernünftigen Preisen, allerdings sind hier lagebedingt auch einige Läden mit weniger gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Und wer nicht dem Portwein frönen möchte, wozu sich ein Besuch in den Keltereien von Vila Nova de Gaia empfehlen würde, findet mit Sicherheit in einer der zahlreichen Bars in Ribeira sein perfektes Plätzchen, um den Tag ausklingen zu lassen.

Tipps

  • Bequemes Schuhwerk ist in den steilen Kopfsteinpflasterstraßen ein Muss!

  • Für ein Abendessen am Douro gilt: Karten und Preise vergleichen, das Angebot ist durchwachsen

  • Bei einer Anfahrt mit dem Zug Porto Sao Bento anstatt Porto Campanha ansteuern – So landet ihr direkt in der Innenstadt und erspart euch Taxi- oder Metrokosten

Fazit

Porto ist eine Stadt der Gegensätze – historisch und avantgardistisch, traditionell und progressiv, neu und alt treffen hier auf harmonische Weise aufeinander. Dies, in Kombination mit der Schönheit der Stadt und der großen Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen, macht Porto zu meiner ersten Wahl in Portugal.

Text: © Anna Senuysal, Praktikantin

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