rent-a-guide unterwegs – Stadtrundgang Dresden „Die Altstadt“

rent-a-guide unterwegs – Stadtrundgang Dresden „Die Altstadt“

Ein bisschen schade war es schon, dass bei meinem Dresden-Besuch Mitte November die Weihnachtsmärkte in Dresden noch nicht eröffnet hatten, zumal bei der doch recht niedrigeren Temperatur schon Glühwein-Stimmung aufkam. So aber konnte ich nur an den noch geschlossenen Buden auf dem berühmten Striezelmarkt entlang schlendern. Dafür aber machte die sächsische Landeshauptstadt einen fast schon verwaisten Eindruck – quasi die „Ruhe vor dem Sturm“.

Denn wenn der Weihnachtsmarkt erst einmal offiziell von der Oberbürgermeisterin eröffnet wurde, dann gibt es kein Durchkommen mehr. So aber konnte ich den Flair der schönen Altstadt, die von den zahlreichen Barockbauten geprägt ist, genießen und musste mich – zum Beispiel in der Frauenkirche – nicht durch die Touristenscharen zwängen.

Frauenkirche

Frauenkirche

Die Gruppe, die gemeinsam mit mir an einem Freitagvormittag an dem zweistündigen „Stadtrundgang Dresden – Die Altstadt“ von unserem Anbieter DresdenWalks teilnahm, war hingegen mit etwa 20 Personen gar nicht mal so klein. Es gibt also doch noch welche, die sich nicht die direkten Wochen vor Weihnachten als Reisezeit für Dresden ausgesucht haben. Claudia Innerhofer, die ihrer Geburtsstadt stets verbunden geblieben ist, führte uns, beginnend am Schlossplatz, zu den Highlights im Herzen der Elbstadt. Allen Dresden-Besuchern sei an dieser Stelle aber auch die Neustadt empfohlen, insbesondere die Äußere Neustadt mit vielen netten Cafés und Kneipen, Trendläden der Kunsthofpassage sowie der Pfunds Molkerei, dem „schönste Milchladen der Welt“.

Stadtführerin Innerhofer

Stadtführerin Innerhofer

Aber zurück zur historischen Altstadt, die bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg vom 13. bis 15. Februar 1945 so schwer zerstört wurde und sich immer noch im Wiederaufbau befindet. Dieses tragisches Ereignis findet bei dem Stadtrundgang natürlich genauso Erwähnung wie die Hochwasserkatastrophen. Auch August der Starke begleitete uns bei der Führung, wurden unter seine Regierungszeit doch zahlreiche bedeutende Bauten verwirklicht, darunter der Zwinger, die Kreuzkirche, der Taschenbergpalais, die Hof- und die Frauenkirche.

Zwinger

Zwinger

Vom Schlossplatz führt der Rundgang zum Theaterplatz mit der berühmten Semperoper (Tipp: auch von Innen sehr sehenswert – ob bei einer Führung oder gleich bei einer Aufführung), an der Hofkirche vorbei zum Zwinger, das Paradebeispiel der barocken Baukunst. Hier klärt uns Innerhofer auch über die Sandsteinproblematik auf. Besonders deutlich wird dies bei beim Anblick der Frauenkirche, die zwischen 1994 und 2005 wiederaufgebaut wurde. Noch ist die Außenfassade hell, deswegen fallen die einzelnen Sandsteinquader, die aus den Trümmern geborgen und eingebaut wurden, auch so ins Auge. Diese sind nämlich schwarz verfärbt. Nach und nach wird allerdings auch bei der neuen Frauenkirche die witterungsbedingte Verfärbung eintreten.

Semper Oper

Semper Oper

Weiter ging es zum Residenzschloss, das in der tragischen Nacht vom 13. Februar 1945 bis auf die Grundmauern niederbrannte und seit 1985 kontinuierlich wiederaufgebaut wird. In den nun ansässigen Museen können bei Interesse Stunden oder auch mehrere Tage verbracht werden. Bei der Führung erhielten wir zumindest schon einmal einen Eindruck vom kleinen und großen Schlosshof. Beim früheren Stallhof, der heute zum Beispiel für den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt genutzt wird, schauten wir ebenso kurz vorbei.

Stallhof Schloss

Stallhof Schloss

Der Spaziergang entlang des 102 Meter langen Fürstenzuges gleicht einem Schnelldurchlauf durch die ganzen Epochen. Auf rund 23.000 Fliesen aus Meißner sind die 1127 und 1904 in Sachsen herrschenden Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dargestellt.

Fürstenzug

Fürstenzug

Ihren würdigen Abschluss findet die Tour schließlich auf dem Neumarkt, auf dem kein Gebäude älter als zehn Jahre ist, nach einer kurzen Besichtigung der Frauenkirche. Zu empfehlen ist der Besuch der Andacht mit Führung, die von Montag bis Samstag um 12 Uhr und von Montag bis Mittwoch sowie Freitag außerdem um 18 Uhr stattfindet.

Neumarkt mit Frauenkirche bei Dämmerung)

Neumarkt mit Frauenkirche bei Dämmerung

Der „Stadtrundgang Dresden – Die Altstadt“ erfüllte alle Erwartungen. Der Stadtführerin Claudia Innerhofer gelang es einen spannenden Überblick zu geben – über die Historie, von Dresden allgemein, die einzelnen Sehenswürdigkeiten und auch die aktuellen Ereignisse, wie die jüngste Hochwasserkatastrophe. Wer nicht viel Zeit in Dresden verbringt, hat nach den zwei Stunden zumindest die Highlights in der Altstadt gesehen, ansonsten gibt es viele Anregungen für (vertiefende) Erkundigungen auf eigene Faust.

Viele weitere Stadtführungen in Dresden, auch durch die Neustadt, könnt ihr auf unserem online-Portal buchen.

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