rent-a-guide unterwegs – Schmankerltour durch München

rent-a-guide unterwegs - Schmankerltour durch München

Der Himmel über München erstrahlt im feinsten Blau und es hat angenehme Frühlingstemperaturen, als um Punkt 11.00 Uhr am Isartor die Schmankerltour durch München von unserem Anbieter, dem Weis(s)en Stadtvogel beginnt.

Unsere Stadtführerin Christine, die stilecht im Dirndl gekleidet ist, begrüßt uns, eine Gruppe von rund 20 Tourteilnehmern, und beginnt mit einigen interessanten Erklärungen und historischen Begebenheiten rund um das Isartor, das vormals das östliche Stadttor Münchens darstellte. Genau wie die anderen Stadttore Münchens ist es übrigens nach dem Ort benannt, der in der Richtung liegt, in das das jeweilige Tor zeigt – in dem Fall also der Isar.

Wir erfahren außerdem, dass wichtige Besucher der Stadt früher am Isartor von einer Magd des Hotels „Torbräu“, dem ältesten Hotel in München, mit einem Willkommenstrunk begrüßt wurden. Auch wir kommen in diesen Genuss, wenngleich auch ohne Magd und nicht direkt am Isartor. Stattdessen ist auf der anderen Straßenseite an einer Ziegelstein-Nachbildung der ehemaligen Stadtmauer eine kleine, improvisierte Bar aufgebaut, wo wir die Wahl zwischen zwei verschiedenen Sirups haben – Holunderblüte oder Johannisbeere-Holunder, aus biologisch-dynamisch-kosmischer Herstellung!

Willkommenstrunk

Nachdem wir auch noch das letzte Stück der Original-Stadtmauer begutachten dürfen, geht es weiter in Richtung Platzl. Doch bevor wir auf dem berühmten Münchener Platz ankommen, machen wir noch einmal Halt – an der ehemaligen „Churfürstlichen Malzmühle“, in der sich heute die Bäckerei E. Knapp & R. Wenig befindet.

Bäckerei

Benannt ist die Bäckerei zum einen nach Elisabeth Knapp, der Ehefrau von Jakob Blum, der 1921 die Mühle erwirbt und zum anderen nach Rudolf Wenig, dessen teilweise 100 Jahre alten Rezepte der Bäckerei von seiner jüngsten Tochter vermacht wurden. Aus dem vielfältigen Angebot dürfen wir heute die sogenannten „Pfennigmuckerl“ kosten. Muckerl sind die einzelnen Teigbällchen, die zu dritt oder zu fünft zusammen gebacken werden. Der Begriff Pfennigmuckerl rührt daher, dass damals ein einzelnes Bällchen tatsächlich nur einen Pfennig gekostet hat.

Pfennigmuckerl

Das brotähnliche Gebäck ist sehr kompakt und der Geschmack hat nur wenig mit heutigem, herkömmlichem Brot zu tun. Der Grund liegt auf der Hand: Während Brot heute vor allem fluffig und frisch sein soll, galt es früher, möglichst sättigende und lang haltbare Backwaren herzustellen. Gleich neben der Bäckerei befindet sich übrigens die noch einzige aktive Mühle Münchens, in der heutzutage Mehl des Typs 00 hergestellt wird, das sich besonders gut für Pizza und Pasta eignet.

Christine führt uns nun weiter zum Platzl, das den meisten Menschen wohl durch das weltberühmte Hofbräuhaus bekannt sein dürfte. Doch neben dem Hofbräuhaus bestimmt hier eine weitere Berühmtheit das Geschehen: der Sternekoch Alfons Schuhbeck. Ihm gehören am Platzl sieben verschiedene Läden: ein Gewürzladen, ein Teeladen, sein Sternerestaurant „Schuhbeck’s“ in den Südtiroler Stuben, das „Orlando“, das im Gegensatz zum Restaurant auch für weniger gut gefüllte Geldbeutel und spontane Menschen geeignet ist, ein Schokoladenladen, seine Kochschule und eine Eisdiele.

Als kleines Schmankerl bekommt jeder Tourteilnehmer eine Gewürzprobe aus Schubecks Gewürzladen – „Steak- & Grillwürzer“ in der FC Bayern Edition. Ob man sich nun über das Vereinslogo auf der Verpackung freut oder nicht, die Mischung aus zwölf verschiedenen Gewürzen (darunter natürlich auch seine Lieblingsgewürze Ingwer und Knoblauch) klingt vielversprechend.

Gewürze

Wir machen uns nun auf den Weg in Richtung Viktualienmarkt. Ein kurzer Stopp am Hofbräuhaus darf dabei natürlich nicht fehlen. Wir erfahren, dass hier auf drei Etagen, inklusive Innenhof, rund 4.500 Besucher Platz haben und am Tag im Schnitt 20.000 Liter Bier über die Theke gehen.

Bevor wir zu Münchens berühmtem Freiluftmarkt kommen, erfahren wir am „Weissen Bräuhaus“ noch von Schmankerln der anderen Sorte.

WeissesBraeuhaus

Denn hier gibt es nicht nur die klassischen bayerischen Leckerbissen wie Schweinsbraten und Leberkäse, sondern vor allem auch Spezialitäten der so genannten Kronfleischküche. Was darauf steht? So spezielle Gerichte wie Kälberfüße, Kalbsherz, Stierhoden oder Kutteln. Das Aufatmen der Gruppe ist groß, als klar wird, dass wir hier nicht zum Probieren gehalten haben, sondern es nach dieser kurzen Exkursion in die Innereien-Küche weiter in Richtung Viktualienmarkt geht.

Vor der Metzgerzeile lauschen wir zuerst Christines Ausführungen über den Viktualienmarkt, dem größten Freiluftmarkt Deutschlands, der im Jahr 1807 in seiner heutigen Form entstand.

Metzgerei

Vorher befand sich der Markt auf dem heutigen Marienplatz. Die Metzger, die heute alle in der erwähnten Metzgerzeile ansässig sind, wurden bereits vor dem Rest des Marktes an ihren heutigen Standort verlegt. Man wollte damit verhindern, dass sich der Gestank und der Schmutz weiterhin negativ auf den Rest des Marktes auswirkten. Als dann der Marienplatz für die anderen Händler zu klein wurde, beschloss man die komplette Verlegung.

Nach diesem historischen Rückblick auf die Entstehung des Viktualienmarktes steht das nächste Schmankerl für uns bevor: Weißwurst und Brezen.

Brezen

Auch wenn es bereits nach 12.00 Uhr ist und eine alte Redewendung besagt, dass die Weißwurst den 12-Uhr-Glockenschlag nicht hören darf (diese Regel entstand zu einer Zeit, als Weißwürste noch frisch zubereitet wurden: da sie nicht gekocht, sondern nur gebrüht werden, werden Keime nicht abgetötet und je länger man sie liegen ließ, desto risikobehaftete war der Verzehr), schmeckt das traditionelle bayerische Gericht ganz hervorragend – auch wenn es sich ohne Zuzel-Kenntnisse und in Ermangelung an Besteck ein wenig schwieriger gestaltet, sie zu essen.

Unser Weg führt uns dann zur Schrannenhalle, die einstige Getreidehalle des Viktualienmarktes. Auf einer Fläche von 3.800 Quadratmetern dient die Halle heute als Markthalle für besondere Produkte.

Schrannenhalle

Für uns gibt es hier, am eigens angemieteten Stand des Stadtvogels, eine Bierprobe. Wir kosten Kellerbier, dunkles Weizenbier und Starkbier und sind wohl alle ganz froh, dass wir mit der Weißwurst und der Brezen eine gute Grundlage geschaffen haben.

Bier
Dazu reicht Christine frisches Brot vom Viktualienmarkt mit Obazda, der berühmten, bayerischen Käsezubereitung. Auf ihre Frage, was denn alles in einen Obazda gehörte, gibt es viele, verschiedene Antworten. Und vermutlich gibt es tatsächlich ebenso viele, verschiedene Varianten. Der Obazda, den wir heute verköstigen, ist eher cremig und mild.

Brot

Frisch gestärkt geht es nun zu unserer letzten Station, direkt gegenüber der Schrannenhalle: dem Café Frischhut, besser bekannt als die „Schmalznudel“. Hier gibt es, wie der Spitzname des Cafés schon erraten lässt, Schmalznudeln, so genannten „Ausgezogene“. Außerdem zur Wahl stehen Striezel oder Krapfen.

Nachtisch

Mit dem wirklich sehr köstlichen Nachtisch endet die Schmankerltour dann auch. Christine gibt uns noch ein paar Tipps mit auf den Weg, welche Stände auf dem Viktualienmarkt einen besonderen Blick wert sind, dann löst sich die Gruppe langsam auf.

Fazit: Die Schmankerltour durch München ist wirklich eine perfekte Kombination aus klassischer Stadtführung und kulinarischer Tour. Selbst die Teilnehmer der Gruppe, die schon öfter in München waren, erfahren neue, interessante Details über die bayerische Hauptstadt – und die Schmankerl schmecken sowieso jedem, egal ob Erstbesucher oder Wiederholungstäter! Die etwas mehr als zwei Stunden vergehen wie im Flug, auch dank Christines Talent, die Geschichten rund um München mit viel Charme und Lockerheit zu vermitteln.

Die Schmankerltour und viele weitere Stadtführungen in München könnt ihr direkt über unser Portal online buchen.

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