Düsseldorfer Entdeckungstour mit Spielkarten

Düsseldorfer Entdeckungstour mit Spielkarten

Besichtigungstour mal anders. Es gibt viele Varianten eine Stadt zu erkunden. Neben der Stadtführung mit Guide ist natürlich die Besichtigung auf eigene Faust eine Alternative. Aber so ganz orientierungslos Herumirren? Wir haben den "Kleinen Stadtverführer Düsseldorf" vom Stadtspiele Verlag getestet. Unser Fazit: Eine tolle Möglichkeit, ganz individuell die Stadt zu ergründen.

Von dem Briefträger bekommen wir einen Umschlag überreicht. Wir, das sind Katharina und Marie, Praktikantinnen bei rent-a-guide. Der Umschlag ist nicht besonders groß. Wir öffnen ihn und heraus fällt eine kleine Schachtel. „Kleiner Stadtverführer Düsseldorf“ steht auf dem Kistchen. Es ist der City-Guide in Spielkartenformat, den wir vor einigen Tagen über rent-a-guide bestellt haben. Neugierig öffnen wir die Schachtel. Ein winziger Stadtplan und 32 Spielkarten liegen darin. Auf der Vorderseite der Karten ist jeweils eine Sehenswürdigkeit Düsseldorfs abgedruckt und die Rückseite bietet detailliertere Informationen.

Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Die Karten sind der Tourguide und der Routenplaner sind wir selbst. Um diese Variante der Stadterkundungstour einmal auszutesten, sind wir  nach Düsseldorf gefahren.

Kleiner Stadtverfuehrer-duesseldorf

 

13 Uhr - Düsseldorfer Altstadt

Die Ausgangslage könnte nicht besser sein. Wir haben perfektes Wetter für unsere Tour durch Düsseldorf erwischt, die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Wir werfen einen Blick auf den Stadtplan um uns kurz zu orientieren und legen dann auch direkt los.
Unsere erste Station ist die „Längste Theke“. Das hört sich doch schon einmal sehr interessant an. Nach kurzem Herumirren durch die kleinen, urigen Gassen der Düsseldorfer Altstadt, bemerken wir, dass die längste Theke nicht wirklich eine Theke oder Bar ist, sondern die berühmteste Trinkmeile Düsseldorfs, auf der sich auf nur 1km² 250 Lokale befinden. Daher ihr Name. Gerne würden wir uns in eines der gut besuchten Lokale setzen, doch es wartet noch Einiges auf uns.

Duesseldorfer Altstadt

Weiter geht es zum Rathaus. Es ist vor allem die Reiter-Statue vor dem Rathaus, der wir unsere Aufmerksamkeit widmen. Auf unserer Spielkarte steht: „Was Max Emanuel für München, August der Starke für Dresden und Friedrich der Große für Berlin ist, das ist Jan Wellem für Düsseldorf – ein Barockfürst, der die Stadt prägte.“ Es ist also Jan Wellem, der anmutig vor uns auf einem Ross reitet. Dieser Name wird uns auf unserer Tour noch öfters begegnen.

Reiterstandbild Duesseldorf

13:30 Uhr - Rheinpromenade

Die Orientierung gelingt super und die Karten stören auch nicht, obwohl wir sie permanent in den Händen halten. Wir schlendern gemütlich durch die vielen kleinen Gassen und an den Geschäften vorbei, die der Stadt einen eleganten Charme verleihen. Schließlich erreichen wir den Burgplatz, der ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist und gerne als "Wohnzimmer der Stadt" bezeichnet wird. Regelmäßig finden hier Events statt.

Burgplatz Duesseldorf

Direkt nebenan, versteckt unter Bäumen, steht das Wahrzeichen der Stadt – Der Radschlägerbrunnen. Er verdankt seinen Namen den beiden Kindern, die auf seiner Plattform ein Rad schlagen. Auf unserer Spielkarte lesen wir, dass es verschiedene Überlieferungen gibt, warum es das Wahrzeichen der Stadt ist. Einmal wird gesagt, dass die Kinder damit Geld verdienten, indem sie für einen Pfennig ein Rad schlugen, andere behaupten ein Kind solle so das Eheglück Jan Wellems gerettet haben, in dem er sich als Ersatzrad unter die Hochzeitskutsche spannte.

Radschlaeger Brunnen

Weiter geht es zur berühmten Rhein-Promenade. Es riecht nach Fisch und anderen Köstlichkeiten, die in den Lokalen an der Promenade zubereitet werden. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über den Rhein und das gegenüberliegende Ufer. Aus der Ferne sehen wir den Rheinturm und die Brücken, die die zwei Rheinseiten verbinden. Direkt an der Promenade befindet sich die Pegeluhr, die die Höhe des Wasserstandes anzeigt. Aktueller Wasserstand: 4 Meter und 90 Zentimeter.

14:00 Uhr - Frozen Yoghurt Mittagspause

Eine weitere Premiere steht für mich heute an: ein Frozen Yoghurt. Nach den vielen Eindrücken gönnen wir uns einen Zwischenstopp in einem Frozen Yoghurt Geschäft, das wir zwischen den Boutiquen entdeckt haben. Es ist schön, dass wir die Bestimmer auf dieser Tour sind. Pausen, Umwege oder längere Aufenthalte, all das können wir selbst entscheiden und müssen keinem Führer hinterher und aufpassen den Anschluss nicht zu verlieren. Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren, Schokolade, Nüsse, Kekse - die Auswahl ist groß. Wir entscheiden uns für Blaubeeren und Himbeeren. Mit unserem Frozen Yoghurt in der Hand besprechen wir die weitere Route. Auf dem Stadtplan sind die einzelnen Sehenswürdigkeiten mit Zahlen versehen, die ebenfalls auf den Spielkarten stehen. Wir entscheiden uns für die Königsallee als nächstes Ziel.

Frozen Yoghurt

14:30 Uhr - Die Kö

„Es gibt nur wenige Straßen in Deutschland, die man auch im Ausland kennt. Dazu gehört als Inbegriff von Luxus und Lifestyle die Kö. Hier zeigt man was man hat: "Geld, Stil, einen Hundecoiffeur des Vertrauens und einen Schönheitschirurgen.“ So steht es auf der Karte geschrieben. Und es ist nicht zu übersehen. Die vielen Menschen auf der 1 km langen Straße tragen teure Einkaufstüten mit sich, Männer in Anzügen, Frauen mit hohen Schuhen und Kostüm. Während die rechte Seite als Luxus-Einkaufsmeile bekannt ist, befinden sich auf der linken Seite Niederlassungen aller großen Banken.

Katharina & Marie

15:30 Uhr - Falsche Straße, falsche Gasse, umdrehen, zurück laufen

Auf dem Weg zu unserem nächsten Highlight, der Kunsthalle, verlaufen wir uns einige Male. Aber genau das macht dieses Spiel aus. Der Stadtplan lässt uns nicht im Stich und schließlich erreichen wir unser Ziel. Dort stehen 4 Karyatiden, die die einzige Erinnerung an die spätklassizistische Kunsthalle von 1881 sind. Direkt nebenan, ein kleiner, relativ unscheinbarer Anbau auf dem „Kom(m)ödchen“ steht. Die Karte verrät uns, dass dies seit über 60 Jahren eine Kabarett-Legende ist. Toll ist, dass die Spielkarten sogar Zusatzinformationen zu Öffnungszeiten, Anfahrtsmöglichkeiten und eventuellen Ticketverkäufen bieten.

Kommödchen

16:00 Uhr - Endspurt

Unser letztes Ziel soll die Kunstakademie sein. Also laufen wir weiter in Richtung Norden, am K20, der Kunstsammlung NRW, vorbei und weiter zum Füchschen auf der Ratinger Straße. Hier halten wir an. Diese kleine Brauerei scheint etwas besonderes zu sein. Selbst um diese Uhrzeit sind die Tische schon fast vollständig besetzt. Hier wird am liebsten im Stehen getrunken und geredet. Es ist auch nicht unüblich, dass sich die Menschen auf die Straße stellen und den vorbeifahrenden Autos den Weg versperren. Doch für uns geht es erst mal weiter. Einmal links und einmal rechts und schon stehen wir vor einem hohen Gebäude – der Kunstakademie. Die Kunstwerke der Studenten können in der Akademie-Galerie am Burgplatz bewundert werden.

Kunstakademie

16:30 Uhr - Heimreise

Nach einigen schönen Stunden und neuen Informationen über Düsseldorf fahren wir zurück zum Hauptbahnhof. Wir lassen den Nachmittag Révue passieren und schauen uns noch einmal die Route an, die wir zurück gelegt haben. Das Schöne ist, dass uns die Karten der Tour bleiben und wir jederzeit die Möglichkeit haben wieder nach Düsseldorf zu fahren um weitere Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ein dickes Plus für dieses Produkt.

Text: Marie Hänsel

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