Hop-On/Hop-Off Stadtrundfahrt durch Kapstadt

Hop-On/Hop-Off Stadtrundfahrt durch Kapstadt

Es war tatsächlich eine Premiere für mich. Erstmals nutzte ich bei einer Stadtbesichtigung das mittlerweile in zahlreichen touristischen Destinationen weltweit etablierte „Hop-on/Hop-off“-System. Mit dem roten Doppeldeckerbus von dem Anbieter City Sightseeing ging es an gleich zwei Tagen quer durch Kapstadt. Mein Fazit: Ziemlich praktisch!

Hop-On/Hop-Off-Bus an der Constantia Nek Start Wein Tour in Kapstadt

Hop-On/Hop-Off-Bus an der Constantia Nek Start Wein Tour

Ohne eigenes Auto ist es tatsächlich etwas schwer, sich in Kapstadt – oder auch generell in Südafrika – fortzubewegen, sofern nicht immer ein Taxi genutzt werden möchte. Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat sich im Land zwar einiges getan, aber dennoch ist das öffentliche Verkehrssystem in den Städten immer noch sehr schlecht ausgebaut. Damit wäre auch schon der erste Vorteil des „Hop-On/Hop-Off“-Busses in Kapstadt genannt: ein wirklich hilfreiches Fortbewegungsmittel auf vier Rädern.

Tagesticket oder 2-Tages Ticket?

Vor der ersten Fahrt musste ich aber zunächst eine Entscheidung treffen: das Tagesticket holen oder doch lieber direkt das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gültige Ticket für eine Stadtrundfahrt in Kapstadt? Die Wahl fiel auf die 2-Tage-Variante, denn für einen verhältnismäßig geringen Aufpreis bekommt der Kunde doch einiges mehr geboten: vier verschiedene Routen sowie eine inkludierte Bootsfahrt, eine Sonnenuntergangstour zum Signal Hill und Stadtführung zu Fuß – diese ganzen Angebote sind selbst an zwei Tagen kaum zu schaffen.

Bus Station Camps Bay

Bus Station Camps Bay

 Die Rote Route

Gestartet habe ich zunächst mit der klassischen Roten Route. Beim ersten Zustieg werden vom Personal die verpackten In-Ear-Kopfhörer für den Audio-Kommentar, der in 16 Sprachen verfügbar ist, überreicht (Achtung: Beim Aussteigen daran denken, die Kopfhörer von der Audio-Büchse zu lösen und mitzunehmen. Bei der nächsten Fahrt werden die ja schließlich wieder benötigt.). Der Audio-Guide versorgt einen mit interessanten Informationen über die Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Kultur sowie allgemeinen Hinweisen und Anekdoten über die Stadt und Kapstadt Touren von City Sightseeing. Währenddessen kann man sich entspannt zurücklehnen, die Aussicht genießen und sich an Deck – bei schönem Wetter – auch noch ein wenig sonnen.

Kaum zugestiegen, habe ich bei meiner ersten Fahrt den Bus auch bei der nächsten Station direkt wieder verlassen: am Fuße des an wohl allen Orten in Kapstadt sichtbaren Table Mountains (Tafelberg). Logisch, dass die Besteigung des Wahrzeichens bei meinem Kapstadt-Besuch zum Pflichtprogramm gehörte (bei 30 Grad eine ganz schön anstrengende und schwitzige Angelegenheit).

Bus Station am Table Mountain

Bus Station am Table Mountain

Wer sich sich den rund zweistündigen Aufstieg ersparen möchte, kann auch die Seilbahn nutzen, die die Besucher in nicht mal 5 Minuten auf den Gipfel in 1087 Meter Höhe bringt. Der Ausblick ist – und meinem Fall zum Glück bei herrlich wolkenlosen Himmel – einfach fantastisch.

Table Mountain Seilbahn

Table Mountain Seilbahn

Und nach dem Aufenthalt auf dem Table Mountain kann die Stadtrundfahrt durch Kapstadt mit dem alle 15 Minuten verkehrenden Bus fortgesetzt werden. Vorbei geht es bei der Roten Route unter anderem noch an dem wunderschönen Küstenstreifen Camps Bay mit weißem Sandstrand, wo dem Audio-Kommentar zu Folge unter anderem auch schon Robbie Williams, Brad Pitt und Prinz Harry gesichtet wurden, und der Victoria & Alfred Waterfront, dem Hafen- und Vergnügungsviertel.

Blick auf die Bucht Camps Bay

Blick auf die Bucht Camps Bay

Die Blaue Mini Peninsula Tour

Hier besteht auch die Möglichkeit auf eine andere Route zu wechseln, der „Blue Mini Peninsula Tour“, die noch über das Stadtzentrum von Kapstadt hinausgeht und anderem den Botanischen Garten Kirstenbosch und den Ortsteil Hout Bay ansteuert.

Der Hafen von Hout Bay

Der Hafen von Hout Bay

Ich wiederum machte mir diese Route an Tag zwei zunutze, um zu der Station Constantia Nek, dem Startpunkt der Weintour durch das auch landschaftlich sehr schön gelegene Constantia Valley, zu gelangen. Auf dem traditionsreichen Weingut Groot Constantia verkostete ich sodann den ersten südafrikanischen Wein auf meiner Reise.

Bus Station Groot Constantia

Bus Station Groot Constantia

Weinanbau Groot Constantia

Weinanbau Groot Constantia

Die Nacht- und Bootstour sowie die Stadtführung habe ich letztendlich nicht mehr geschafft. An den zwei Tagen im roten Doppeldecker-Bus habe ich mir wirklich einen sehr guten Überblick über das facettenreiche Kapstadt verschaffen können und mir auch das „Hop-On/Hop-Off“-Prinzip zunutze gemacht, aber am Ende des zweites Tages für mein Empfinden dann auch genug Zeit im Bus verbracht.

Palmen und Berge an Camps Bay

Palmen und Berge an Camps Bay

 

Die wichtigsten Punkte zur Hop-On/Hop-Off Tour durch Kapstadt von City Sightseeing auf einem Blick:

→ Wahl zwischen dem Tages- und 2-Tage-Ticket

→ Das Upgrade auf das 2-Tage-Ticket ist aufgrund des großen Mehrwerts sehr zu empfehlen.

→ Der im Bus erhältliche Flyer enthält einen Überblick über sämtliche Routen, die auch im Stadtplan eingezeichnet sind, und über die Abfahrtszeiten.

→ Hilfreiches Personal. Neben dem Fahrer befindet sich noch ein weiterer Ansprechpartner im Bus. So kann man auch beim ersten Zustieg direkt Platz nehmen und anschließend in Ruhe alles weitere mit der Servicekraft klären.

→ Die besten Plätze befinden sich oben auf dem Deck. Von hier kann die freie Aussicht, der Fahrtwind und die Sonne genossen werden. Bei starker Sonneneinstrahlung an Kopfschutz denken (Sonnenbrandgefahr.)

→ Der Audio-Kommentar (Kopfhörer gibt es beim ersten Zustieg) versorgt einen mit interessanten Informationen – und zwischendurch gibt es auch afrikanische Gute-Laune-Musik auf die Ohren.

→ Orientierungspunkte in Kapstadt sind zum einen die Berge (12 Apostel) und zum anderen das Wasser, dazwischen kann man aber durchaus auch mal den Überblick verlieren. Es werden zwar nicht alle Stadtteile bei den Routen einbezogen, aber einen ersten Überblick erhält man bei der Stadtrundfahrt allemal.

→ Der „Hop-On/Hop-Off“-Bus ersetzt zwar kein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem, aber ein praktisches Fortbewegungsmittel ist es durchaus, ganz gleich ob das Ziel z.B. die Waterfront oder die Long Street sein soll.

→ Beachtet werden muss allerdings, dass der Bus die Stationen nur in eine Richtung ansteuert. Je nachdem wohin es gehen soll muss gegebenenfalls erst ein längerer Streckenteil abgefahren werden.

→ Das Umsteigen auf andere Routen ist nicht an allen Haltestellen möglich. Die Busse sind aber in der Regel zeitlich gut aufeinander abgestimmt, so dass keine langen Wartezeiten entstehen.

→ Bei großem Verkehrsaufkommen müssen diese hingegen durchaus mal eingeplant werden. Gerade am Nachmittag/ frühen Abend sind die Straßen in Kapstadt recht voll, so dass die Busse sich mal um ein paar Minuten verspäten können.

→ An der Station auf der Long Street befindet sich das City Sightseeing Büro, von wo aus auch die Stadtführungen starten. Die Wartezeit auf den nächsten Bus kann zudem bei einem kühlen Getränk, einem Kaffee oder Eis, mit dem Erwerb eines Souvenirs oder Gespräch mit einem Mitarbeiter überbrückt werden.

→ Ticket aufbewahren. Beim Vorzeigen des Ticket gibt es bei der nächsten Tour von City Sightseeing – ganz gleich in welcher Stadt – 10% Ermäßigung!

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