New York in einer Woche

New York in einer Woche

"New York muss man gesehen haben" musste ich mir immer wieder anhören. Also habe ich vor wenigen Wochen meinen Koffer gepackt und bin losgezogen, um sie mir endlich auch einmal anzusehen - die Stadt, die anscheinend niemals schläft.

Um nach dem langen Flug wenigstens entspannt in meinem Hotel anzukommen, habe ich mir noch von Deutschland aus den direkten Transfer New York vom Flughafen John F. Kennedy zu meinem Hotel gebucht. Direkt im Ankunftsbereich des Flughafens fand ich problemlos den beschrieben Stand, bekam gegen Vorlage meines Vouchers eine Nummer, und nach gut einer Viertelstunde kam ein Fahrer und sammelte mich und zwei weitere Reisende ein. Er war uns behilflich mit dem Gepäck und nach dem Einladen ins Shuttle machten wir uns schon auf den Weg. Durch den dichten Verkehr und das Anfahren der anderen Hotels dauerte die Fahrt gute 2 Stunden, und ich wünschte mir dann doch einen Privattransfer, aber lieber als mich sofort ins Getümmel der New Yorker U-Bahn zu stürzen, war es mir allemal.

Mit dem Hop-On/Hop-Off Bus durch New York

Ich hatte nur eine Woche Zeit, um mir die größte Stadt der USA anzusehen, also nutzte ich gleich am ersten Tag eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-On/Hop-Off Bus durch New York, um mir auf der Downtown Route eine Übersicht zu verschaffen und gleich die wichtigsten Punkte abzudecken. Es saß in jedem Bus ein Live-Guide an Board, der (auf Englisch) wirklich witzig sehr viele interessante Informationen vermittelt hat (wussten Sie, dass es in Manhattan nur 13 Tankstellen, aber weit über 500 Starbucks gibt?) und sogar auf einzelne Fragen der Gäste geantwortet hat. Broadway, das Flatiron-Building, Wall Street, Central Park und Times Square sind nur ein paar der Highlights dieser Tour.

Times Square

Der Times Square

Memorial Museum und Ground Zero

Schneesturm Juno machte meiner New York Rundfahrt zwar irgendwann einen Strich durch die Rechnung, aber trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, zumindest noch das Museum des 11. Septembers und Ground Zero zu besichtigen. Ein wirklich tolles Denkmal und ein großartiges Museum zum Gedenken an diesen schrecklichen Tag. Man geht quasi "in den Keller" der ehemaligen Twin Tower und kann dort neben den Überbleibseln der Gebäude und Fotos vom Unglück, auch zahlreiche Tonaufnahmen von Überlebenden und persönliche Gegenstände der Verunglückten sehen. Leider ist es in der Hauptausstellung nicht erlaubt, Fotos zu machen. Es war ein sehr emotionaler Besuch und ich kann jedem New York Besucher nur empfehlen, zumindest dieses Museum zu besuchen, auch wenn Sie sonst kein Museumsgänger sind.

Memorial Museum

Memorial Museum: Keller eines der Twin Tower mit dem letzten und einzigen noch stehenden Stahlpfeiler

Ground Zero

Ground Zero

Hafenrundfahrt zur Freiheitsstatue

Da ich mir für den Hop-On/Hop-Off Bus gleich ein 48-Stunden-Ticket geholt hatte, beschloss ich am nächsten Tag die Uptown Route zu nehmen und konnte mir so auch ein Bild von der "anderen Seite" Manhattans machen. Anschließend nutze ich mein Wissen vom Vortag, um nach "South Ferry" zu fahren, von wo aus die Fähren zur Hafenrundfahrt aufbrechen. Die Tickets kann man direkt am Ausgang der U-Bahn Station kaufen und sind nicht teurer, als wenn man sie direkt beim Anbieter kauft. Die Händler dort sind noch dazu viel freundlicher. Eine solche Hafenrundfahrt gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm, denn natürlich war man nicht wirklich in New York, bis man "Lady Liberty" persönlich kennengelernt hat. Beim warten auf die nächste Fähre war dann (Winterfahrplan sei dank) auch noch genug Zeit für einen Spaziergang über die nahegelegene Wall Street. Die war dann doch weitaus weniger beeindruckend, als so mancher Hollywood Film einen glauben lässt, aber es gab an den Straßenständen wirklich gute Hot Dogs. 🙂

Als es endlich losging zur Hafenrundfahrt (für die Junkies: die Fähre von Pier 15 bietet gratis W-Lan 😉 ), war ich recht aufgeregt. Es wurde mit einer kurzen Schleife unter die Brooklyn Bridge begonnen und man konnte typische, doch wunderschöne Bilder von New York's Skyline schießen und hatte einen wunderbaren Blick auf Brooklyn.

New York's Skyline

New York's Skyline

Nebenbei bekam man von einer Stimme vom Band ein paar Infos auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch vermittelt. Vorbei an der geschichtsträchtigen Ellis Island erhaschte man dann endlich den ersten Blick auf die berühmte Statue of Liberty. Erst jetzt realisierte ich, dass ich wirklich im Big Apple angekommen bin.

Statue

Statue of Liberty

Der Aufenthalt dort war zwar kurz und nach gut einer Minute drehte das Schiff wieder um, aber bei -11°C an diesem Tag, war das in Ordnung. Auf dem direktem Wege wurde man zurück zum Pier gebracht und auch hier war natürlich eine Haltestelle des Hop-On/Hop-Off Busses nicht fern.

Empire State Building & Rockefeller Center

Ein weiteres Highlight, dass bei keinem New York Besuch fehlen darf, ist natürlich das Empire State Building. Ich kann jedem Besucher nur empfehlen nachts hier hoch zu fahren (zum Sonnenuntergang ist es natürlich besonders schön, aber dann stehen Sie mitunter leider ziemlich lange an, auch wenn Sie Ihre Tickets schon vorab gekauft haben). Man hat vom Empire State Building, der höchsten Aussichtsplattform in New York, eine fantastische Aussicht und nachts ist das Leuchten dieser Metropole wirklich atemberaubend!

Wenn Sie lieber tagsüber eine Aussicht über New York genießen möchten, empfehle ich Ihnen "Top Of The Rock", die Aussichtsplattform des berühmten Rockefeller Center. Diese ist zwar nicht so hoch, wie die des Empire State Buildings, aber auch hier haben Sie eine freie 360° Sicht. In der einen Richtung breitet sich der riesige Central Park direkt vor Ihnen aus, in der anderen Richtung funkelt Downtown Manhatten vor Ihnen, mit allen berühmten Gebäuden, inkl. des Crysler Buildings und natürlich auch des Empire State Buildings.

Rockefeller

Aussicht vom Rockefeller Center "Top Of The Rock"

Im Rockefeller Center ist es unten leider sehr unübersichtlich und auch bei relativ wenig Touristenverkehr verläuft man sich dort sehr leicht, aber die Aussicht ist es allemal wert und die Angestellten sind sehr nett und hilfreich.

Grand Central Station

Vom Rockefeller Center sind es nur ein paar Blocks zur Grand Central Station. Natürlich ist es "nur" ein Bahnhof, aber als Fan von "Gossip Girl" konnte ich mir diesen Bahnhof natürlich nicht entgehen lassen.

CentralStation

Eingangshalle der Grand Central Station

Der Innenraum der großen Halle ist wirklich unbeschreiblich. Die gewölbte Decke und die wunderschönen, riesengroßen Fenster erinnern mehr an eine Kirche als an einen Bahnhof, und vom Balkon an den Seiten hat man einen großartigen Überblick über das geschäftige Treiben eine Etage tiefer. Im Vorraum des Haupteingangs hängen sogar riesige Kronleuchter, die mehr an einen Palast erinnern.

CentralStation2

Besuch des Madison Square

Ein besonderes Highlight, nicht nur für Sport-Fans, ist sicherlich auch der Besuch des Madison Square Garden, der (selbsternannten) "berühmtesten Arena der Welt". Ich hatte natürlich gehofft hier während meines Aufenthaltes das ein oder andere Konzert besuchen zu können, um die Atmosphäre zu spüren, aber ein wichtiges Eishockey-Spiel machte mir einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem musste ich ihn unbedingt auch von Innen sehen, den "Garten". Über die offizielle Seite konnte man problemlos Karten für eine geführte Tour buchen. Diese sind zwar nur auf Englisch verfügbar, es gibt jedoch handliche Karten in verschiedenen Sprachen, auf der Sie das gesprochene nachlesen können. Mit einem Live-Guide lief man in kleinen Gruppen durch die "heiligen Hallen" im Hintergrund, durch die teuren Logen und schließlich auch durch den Innenraum dieser beeindruckenden Arena.

Man bekam einen großartigen Überblick von ganz oben und von ganz unten und erfuhr nebenbei allerlei interessante Informationen zur Geschichte des Bauwerks, zu historischen Events und zum Ablauf während Veranstaltungen. So erfährt man zum Beispiel, dass es in der Arena mehrere "Beer Rooms" gibt, in denen hunderte Fässer Bier stehen, wo mehrere hundert Kilometer Schläuche zusammenlaufen und so alle Stände und Logen während den verschiedensten Veranstaltungen versorgen.

Private Stadtführung durch New York: Central Park, Midtown, Fifth Avenue

Doch natürlich konnte ich New York nicht ohne eine richtige Stadtführung verlassen. So traf ich an meinem vierten Tag meine deutschsprachige New York Stadtführerin Susanne im Central Park. Ich wollte selber entscheiden, was ich auf meiner Tour sehen würde und hatte keine Lust, mich einer großen Gruppe anzuschließen. Da schien Susannes "Stadtführung New York City - ganz nach Ihren Wünschen" perfekt für mich. Wir begannen den Rundgang also mit einem Spaziergang in diesem riesengroßen Park und ich war gleich überrascht, wie viel es hier zu erzählen gab.

Central Park

Central Park: Unter einer Brücke

Ungeahnte Schätze tun sich auf, wenn man weiß, wo man Sie suchen muss, und Susanne wies mich auf wunderschöne Details in Brücken und Brunnen hin, die ich sonst garantiert übersehen hätte, und wusste zu allem eine Geschichte zu erzählen.

CentralPark2

Central Park: Details der Brückenpfeiler

Als wir den Park schließlich Richtung Midtown verließen, besuchten wir einige architektonische und künstlerische Highlights der Stadt. Ohne einen Guide wäre ich beispielsweise niemals in das berühmte "The Plaza" Hotel gegangen, doch Susanne zeigte mir dieses großartige Bauwerk, als sei sie hier zuhause.

Hotel

Decke des Eingangsbereichs vom The Sherry Netherland Hotel

Auch der berühmte "Trump Tower" und umliegende Gebäude beherbergen eine Schönheit, die sich von außen kaum erahnen lässt und ich bin sehr froh, dass ich mit meinem Guide an der Hand diese großartigen Gebäude kennenlernen durfte. Susanne spickte ihre Erzählungen mit lustigen Anekdoten und persönlichen Erfahrungen, sodass es auch nie langweilig wurde. Sie liebt ihre Wahlheimat und das merkt man einfach.

Abschließend machten wir noch eine kleine Shopping-Tour auf der bekannten Fifth Avenue, und auch hier wusste mein Guide ganz genau, wo man die besten Parfüms, den schönsten Schmuck und die tollsten Schnäppchen bekommen konnte. Mit vielen Tipps zum Busfahren in New York, den besten Museen und Restaurants und sehenswerten Veranstaltungen in den kommenden Tagen, entließ Susanne mich schließlich mit dem Gefühl, alles über New York, oder wenigstens Midtown, zu wissen.

Kultur & Shopping in New York

Der restliche Urlaub wurde dann damit verbracht, die empfohlenen Museen (das MET ist wirklich großartig!) und Veranstaltungen (Schlittschuhlaufen im T-Shirt im Bryant Park, um den Winter zu vertreiben!) zu besuchen. Auch ein kurzer Stop im größten Kaufhaus der Welt wurde natürlich noch gemacht. Im 7-stöckigen "MACY'S" verläuft man sich  zwar sehr leicht, aber die Schnäppchen machen die schmerzenden Füße leicht wieder vergessen. Für Kleider-Schnäppchen fahren Sie am besten direkt nach ganz oben, Schuh-Schnäppchen finden Sie auf der Schuh-Etage in extra "Schnäppchen-Bunkern", von denen es 6 verteilt auf der Etage gibt.

Fazit: In New York gibt es jeden Tag so viel zu tun und es gibt so viel zu sehen, dass eine Woche natürlich nicht ausreicht. Aber ich glaube, ich habe das Beste aus meiner Zeit gemacht...trotz Schneesturm Juno, der die Stadt für 2 Tage fast lahmgelegt hat. So hatte ich als unerschrockene Touristin beim Stapfen durch den wadenhohen Schnee die fast einmalige Chance die Stadt mit fast menschenleeren Straßen zu erleben und hatte dann doch zum ersten Mal das Gefühl, dass sogar der Big Apple manchmal schläft.

Text: Tina Sokoll

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