El Hierro: Die wilde kanarische Insel

Auf El Hierro kommt ihr zur Ruhe. Hier, am Ende der Welt, wird die Stille nur durch den herrlichen Gesang der heimischen Mönchsgrasmücke durchschnitten. Wandert durch malerische Landschaften, vorbei an Ananas-Plantagen und durch dichten Lorbeerwald und entspannt an den vulkanischen Buchten und Stränden im Atlantik.

Auf El Hierro kommt ihr zur Ruhe. Hier, am Ende der Welt, wird die Stille nur durch den herrlichen Gesang der heimischen Mönchsgrasmücke durchschnitten. Wandert durch malerische Landschaften, vorbei an Ananas-Plantagen und durch dichten Lorbeerwald und entspannt an den vulkanischen Buchten und Stränden im Atlantik.

El Hierro – willkommen am Ende der Welt

Auf einer Wander- und Naturreise nach El Hierro taucht ihr ein in eine einsame und geschichtsträchtige Welt voller Naturwunder. In der Antike galt El Hierro, die kleinste, westlichste und jüngste der Kanarischen Inseln, als das Ende der westlichen und damit der zivilisierten Welt. Seit der Antike führte der Nullmeridian durch El Hierro, bis die Engländer ihn im Jahre 1884 nach Greenwich verlegten. Dennoch wohnt der Insel im atlantischen Ozean weiterhin ein stiller Zauber inne; es scheint, als habe sich die Insel seit jener Zeit nur unwesentlich verändert. Auf eurer Reise nach El Hierro genießt ihr Stunden inmitten absoluter Stille, nur die beruhigenden und träumerischen Geräusche der Natur sind zu vernehmen – willkommen am Ende der Welt!

El Hierro

El Hierro ist wie die anderen Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs und bietet eine große geografische Vielfalt. Von oben betrachtet ähnelt die Insel in ihrer Form einem dreizackigen Stern, dessen Zacken nach Nordosten, Süden und Westen zeigen. Ursächlich für diese Form sind heftige Bergrutsche, die vor über 150.000 Jahren den einzigen großen Vulkan im Zentrum der Insel zusammenfallen ließen. An seinen Flanken rutschten tonnenweise Gestein und Lava ins Meer, die eine skurrile Landschaft hinterließen. Die bewaldete Gebirgskette Cumbre zieht sich vom westlichen Zacken über das Zentrum El Hierros bis nach Nordosten. Der südliche Zacken ist geprägt durch Lavafelder und trockene Vulkanlandschaften. An den Küsten verteilen sich mehrere kleine und größere Dörfer und Städtchen, von denen La Frontera und die Hauptstadt Valverde im Nordosten zu den bedeutendsten zählen. Insgesamt leben auf El Hierro rund 10.700 Einwohner auf einer Fläche von 269 km².

2000 wurde El Hierro von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Der ursprüngliche Plan war es, die gesamte Insel ab dem Jahr 2015 mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Zu diesem Zweck wurde im Nordosten El Hierros das Windwasserkraftwerk „Gorona del Viento“ errichtet. Fünf Windkrafträder und ein Pumpspeicherkraftwerk sollten sicherstellen, dass auf El Hierro alte Dieselgeneratoren der Vergangenheit angehören. Auch, wenn eine gesamte Abdeckung durch erneuerbare Energien noch nicht erreicht wurde: Im Jahr 2018 betrug der Anteil des grünen Stroms immerhin rund 56 Prozent.

Auf El Hierro wird Spanisch gesprochen, aufgrund der Zugehörigkeit zu Spanien ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel. Die Flagge El Hierros ist dreigeteilt: Zwei Streifen teilen sie in eine dunkelgrüne obere Hälfte und eine dunkelbaue untere Hälfte. Ergänzt wird sie von einem weißen Dreieck, dessen Basisseite an der linken Kante der Flagge ansetzt.

El Hierro's Blick

Das Klima auf El Hierro

Durch seine geografischen Gegebenheiten teilt El Hierro sich in zwei unterschiedliche Klimazonen: den grünen und bergigen Norden sowie den vulkanischen und trockenen Süden. An den Bergen im Norden bleiben die vom Passatwind herangetragenen Wolken hängen und regnen ab, während es im Süden trocken bleibt – im Sommer fällt hier nur selten Niederschlag. Wegen des allgegenwärtigen Passatwindes steigen die Temperaturen auch in den wärmsten Monaten im Sommer (Juli bis September) nur selten über 30 Grad, in der kältesten Jahreszeit (Januar und Februar) zeigt das Thermometer im Schnitt milde 18 Grad an. El Hierro ist also ganzjährig ein attraktives Ziel für Ihre Naturreise!

Klimatabelle von El Hierro, Spanien:

MonatTemperatur in °CNiederschlag in mm
Januar2127
Februar2140
März2123
April2115
Mai222
Juni240
Juli250
August260
September262
Oktober2511
November2335
Dezember2226

Informationen zu Einreisebestimmung

Wie auch die anderen Kanareninseln gehört El Hierro zu Spanien und somit zur EU. Als deutscher Staatsbürger müsst ihr für die Einreise daher folgende Dokumente bereithalten:

  • Reisepass oder Personalausweis, bei Reiseantritt höchstens ein Jahr abgelaufen
  • Alternativ: Vorläufiger Reisepass oder Personalausweis; beide Dokumente müssen zur Reisezeit gültig sein
  • Kinder: Kinderreisepass

Die Anreise nach El Hierro

Der einzige Flughafen von El Hierro im Nordosten der Insel nahe der Hauptstadt Valverde wird lediglich von Teneriffa und Gran Canaria aus angeflogen, Direktflüge aus Deutschland sind nicht verfügbar. Eure Anreise erfolgt also über eine der beiden Kanareninseln. Die Flugzeit von Teneriffa beträgt rund 30 Minuten, von Gran Canaria aus seid ihr rund 50 Minuten unterwegs.

Beachtet, dass bei einer Anreise über Teneriffa ihr möglicherweise den Flughafen wechseln müsst: Internationale Flüge landen üblicherweise auf dem Flughafen Reina Sofia im Süden der Insel, während Inlandsflüge vom nördlichen Aeropuerto Los Rodeos starten. Alternativ reist ihr von Teneriffa aus Los Cristianos in rund drei Stunden mit der Fähre nach El Hierro.

Was kann man auf El Hierro entdecken?

Durch seine landschaftliche Vielfalt bietet El Hierro für jeden Geschmack das passende Reiseziel. Ob sattgrüne Weideflächen, schroffe Klippen oder naturgeschaffene Badelandschaften an der Küste.

Die Gebirgskette Cumbre

Einmal quer über die Insel verläuft von Ost nach West die Gebirgskette Cumbre. Verschiedene bewaldete Berge aus Asche und Schlacke ragen hier in die Höhe, die höchste Erhebung ist der Pico de Malpaso mit 1.501 m. Von dort genießt ihr einen traumhaften Ausblick über das Tal El Golfo, je nach Wetterverhältnissen erhascht ihr auch Blicke auf die anderen Kanareninseln La Palma, La Gomera und Teneriffa. Unzählige Wanderwege führen euch hier durch die Natur El Hierros: Wanderrt auf Trampelpfaden oder Pilgerwegen durch Pinienwälder und Lorbeer- und Gagelwälder und genießt die allumfassende Stille, die hin und wieder von fröhlichem Vogelgezwitscher unterbrochen wird.

Ananasplantagen in El Hierros

Das Tal von El Golfo

Das Tal von El Golfo ist einer der wenigen Orte, an dem das Land relativ flach ins Meer abfällt. Das Tal entstand aufgrund eines gewaltigen Erdrutsches und erstreckt sich in Form eines Amphitheaters im Nordwesten der Insel. Hier wandert ihr in Küstennähe durch weitläufige Bananen- und Ananasplantagen (lasst euch von den Einheimischen unbedingt etwas zum Kosten geben!), während im Landesinnern die zerklüfteten Klippen der Cumbre über 1.000 m in die Höhe ragen – ein faszinierender Gegensatz, der auch euch in seinen Bann ziehen wird. Von El Golfo aus führen zahlreiche Wanderwege in die anderen Regionen der Insel, vor allem die Touren hoch auf die Cumbre sind für Naturliebhaber wie geschaffen.

Cala de Tacorón

Cala de Tacorón

Die felsigen Küsten El Hierros laden nur bedingt zum Baden ein – zu steil sind die Klippen und zu rau ist die See, um entspannt im Wasser zu verweilen. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Cala de Tacorón an der Südwestküste der Insel. Erkaltetes Lavagestein hat hier ein natürliches Becken geformt, das Ihnen Schutz vor der Brandung des Atlantischen Ozeans bietet. Mitten im Meeresreservat Mar de las Calmas („Meer der Stille“) gelegen, lädt die Bucht euch ein, die abgeschiedene Ruhe zu genießen und die bunte Unterwasserwelt auf einem Schnorchelgang zu entdecken. Auch landschaftlich hat die Bucht einiges zu bieten: Rötliche Klippen lassen gemeinsam mit schwarzem Gestein ein surreales Bild entstehen, das zum Träumen einlädt. Etwas nördlich findet ihr außerdem einen der seltenen schwarzen Sandstrände, an welchem ihr eure Seele baumeln lassen und eure Batterien aufladen könnt.

Mar de las Calmas

Flora und Fauna von El Hierro

El Hierro begeistert durch seine geografische Vielfalt, dabei weist jede Zone ihre eigene Vegetation auf: Im warmen und regenarmen Süden dominieren Lavawüsten das Bild, hier trefft ihr hin und wieder auf Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse. Ansonsten weisen die Küstengebiete im Norden im Tal El Golfo fruchtbare Böden auf, auf denen neben Ananas- und Bananenfrüchten auch Weinpflanzen gedeihen.

In der halbfeuchten Zone, die auf etwa 200 bis 400 m beginnt, dominieren verschiedene Kakteen- und Agavenarten. Außerdem trefft ihr im Westen auf eines der Wahrzeichen El Hierros: den Phönizischen Wacholderwald. Die andauernden und zum Teil rauen Passatwinde haben die Wacholderbäume hier bizarr verform und verdreht – diese Anblicke solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Darüber hinaus gedeihen hier die Kanarische Palme und der Drachenbaum. In der Nebelfeuchten Zone ab etwa 800 m findet ihr den immergrünen Feuchtwald, den Monteverde, mit Lorbeerbäumen, Kiefern sowie Baumheide und Gagelbäumen. Mit den am Boden wachsenden Farnen bietet er mancherorts einen nahezu undurchdringlichen Urwald.

Vor allem als Vogelliebhaber kommt auf El Hierro auf ihre Kosten. Neben endemischen Arten wie dem El-Hierro Finken und der El-Hierro Blaumeise könnt ihr hier Sperlinge, Rotkehlchen und Fischadler bei ihren Flugkünsten bestaunen. Einen Vogel werdet ihr, falls ihr ihn nicht zu Gesicht bekommt, definitiv hören: die Mönchsgrasmücke. Die „kanarische Nachtigall“ ist für ihren lieblichen Gesang bekannt und auf El Hierro weitreichend zu hören. Neben verschiedenen Gecko-Arten und der endemischen urzeitlichen El-Hierro-Rieseneidechse ist auch im Wasser vor den Küsten allerhand Leben zu bestaunen. Wale, Haie, Delfine und Meeresschuldkröten tummeln sich im kalten Nass, während es sich Krebse und Muscheln an den steilen Felsen und zwischen schroffen Klippen gemütlich machen.

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