Mach mir den Kranich - Den Geist Chinas im Shaolin-Kloster erspüren

In der heutigen Zeit ist es gar nicht mehr so leicht, auf Reisen die wahre Essenz eines Landes zu erkennen. Der Kommerz durch den internationalen Tourismus lässt Sitten aufweichen und Bräuche unecht erscheinen. Um den altehrwürdigen und mächtigen Geist Chinas zu erspüren, gibt es eine anstrengende aber effektvolle Möglichkeit: ein Kung-Fu-Kurs im Shaolin-Kloster. Es ist zwar ein mühsamer Weg, um ein Stück eindrucksvoller Landeskultur hautnah in sich aufzusaugen, aber dafür begeistert er durch eine unnachahmliche Auth...

In der heutigen Zeit ist es gar nicht mehr so leicht, auf Reisen die wahre Essenz eines Landes zu erkennen. Der Kommerz durch den internationalen Tourismus lässt Sitten aufweichen und Bräuche unecht erscheinen. Um den altehrwürdigen und mächtigen Geist Chinas zu erspüren, gibt es eine anstrengende aber effektvolle Möglichkeit: ein Kung-Fu-Kurs im Shaolin-Kloster. Es ist zwar ein mühsamer Weg, um ein Stück eindrucksvoller Landeskultur hautnah in sich aufzusaugen, aber dafür begeistert er durch eine unnachahmliche Authentizität. Mithilfe eines kompetenten Reiseveranstalters lässt sich solch ein außergewöhnlicher Sportkurs buchen und in die Welt eintauchen, die uns die Kung-Fu-Legende David Carradine in der Fernsehserie Kung-Fu so eindrucksvoll vorstellte.

Ehrfurcht auf ganzer Linie

Der Kung-Fu-Kurs könnte an keinem besseren Ort stattfinden als im echten Shaolin-Kloster. Bereits beim Betreten des Areals wird deutlich, dass nun auf heiligem Boden geschritten wird. Vor mehr als 1.500 Jahren bauten Mönche am Fuß des Song-Bergs in Zentralchina einen prachtvollen Tempel. Er erstrahlt in einem kräftigen Rot, was vor Energie nur so sprüht. Steintreppen führen in die heiligen Räume, wo einst der buddhistische Mönchsorden Shaolin seinen Anfang nahm. Wenn diese alten Gemäuer sprechen könnten, würden sie von der sageumwobenen Körperbeherrschung der Mönche berichten, die bis an den Rand des Vorstellbaren reicht.

Bestaunen, was möglich ist

Kung-Fu ist pure Faszination. Sie vereint Schnelligkeit, Koordination, Kraft und Flexibilität auf eine einzigartige Weise. Wer diese hohe Kunst auch nur einigermaßen gut beherrschen möchte, beginnt schon in frühsten Kindheitsjahren mit Kung-Fu-Lehrgängen in einem Kloster. Täglich erfolgt der Drill, der eng verknüpft mit einer tiefgehenden Mediation ist. Bevor der Kung-Fu-Kurs für die Reisenden startet, demonstrieren Klosterschüler, was sie bereits können: Jungen von gerade einmal 12 Jahren verknoten ihren Körper auf schier unfassbare Art und laufen wie kleine Geckos die Wände hoch. Die Zuschauer wähnen sich in einem Martial-Arts-Film mit Bruce Lee oder Jet Li, in dem man den Darstellern schnell unterstellt, alles wäre doch nur ein Trick. Im Shaolin-Kloster gibt es keine Tricks, nur die absolute Kontrolle über das Selbst. Alles ist echt.

Eine Reise zu sich selbst

Es mag wie ein Paradoxon erscheinen, aber es ist keines: Ein Shaolin-Kurs offenbart nicht nur einen bedeutenden Teil der chinesischen Kultur auf authentische Weise, sondern er entführt auch ins eigene Selbst. Der Kurs beginnt mit Meditationsübungen, die auf die Übungen vorbereiten sollen. In so manch einem Gesicht der Kursteilnehmer ist deutlich die Freude darüber zu lesen, dass keine Eisenstangen verbogen oder dicke Kieselsteine zertrümmert werden müssen. Stattdessen geht es darum, die eigene Gedankenwelt ruhig zu stellen, Gefühle zu kontrollieren und negative Emotionen zu bewältigen. Die innere Stärke soll geweckt werden, was leichter klingt, als es ist. Auf die Meditation folgt ein Schnupperkurs in die typischen Bewegungsabläufe beim Kung-Fu. Schnell wird bei diesem erkennbar, dass der bekannte Kranich viel Können abverlangt.

Ein bleibender Eindruck

Der Shaolin-Kurs hinterlässt einen bleibenden Eindruck. In ihm lässt sich erspüren, dass die Shaolin-Mönche keine Akrobaten sind, sondern Herrscher über ihren Körper und Geist. Er offenbart einen Ausflug in bisher unbekannte Welten, die zu Recht vor Magie und Mystik nur so sprühen. In ihnen scheinen andere Gesetze bezüglich der Materie und Schwerkraft zu herrschen. Doch es ist keine andere Welt. Es sind nur andere Menschen, die unsere Welt mit Disziplin, Demut und Ehrgeiz begegnen. Die Chinesen bewundern ihre Shaolin-Mönche und viele haben einige ihrer Grundprinzipien in ihren Alltag integriert. Bei einer Reise in das riesige Reich auf dem asiatischen Kontinent werden diese Tugenden überall ins Auge fallen. Sie sind fester Bestandteil der Kultur und beschämen manchmal uns laute, unnachgiebige Westeuropäer. Ein Shaolin-Kurs trägt somit auch ein Stück weit zum besseren Verständnis untereinander bei. Vielleicht wird man durch ihn nicht zu einem besseren Menschen, aber er gibt einen Anlass dazu, sich in diese Richtung zu bewegen.

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